Burger-Kultur zum Genießen

Der gute alte Hamburger stand lange Zeit in keinem guten Licht. Er war ein Synonym für ungesunde Ernährung und Massenware von Fast-Food-Ketten. Mein Konsum von Hamburgern ist deshalb in den letzten Jahren auch auf ein Minimum geschrumpft. Nur wenn wirklich nichts anderes mehr ging und kaum Zeit für eine echte Mahlzeit blieb, griff ich ab und an zu. Inzwischen hat der Burger allerdings eine beeindruckende Renaissance erlebt. Immer mehr Restaurants holen den Inbegriff des Fast-Foods aus dem Pappkarton und zelebrieren die neue Lust an Hamburgern, Cheeseburgern und Co. in stylischen Restaurants und mit qualitativ wertvollen Zutaten.

Burger-Restaurants in Göttingen

Bei uns in Göttingen haben in den letzten Jahren gleich mehrere Restaurants eröffnet, die diesen Trend aufnehmen: zum Beispiel LOKALneun, Bacon Supreme, Burgeria oder Große Liebe. Für Euch stürze ich mich natürlich gerne in den Selbstversuch, um zumindest einen Teil dieser neuen Burger-Welt in unserer Stadt zu entdecken. Zuerst mache ich mich auf den Weg zum Wochenmarkt, an dessen Rand im Januar 2016 das LOKALneun eröffnet hat.

LOKALneun – klare Strukturen, modernes Design © Christoph Mischke

Beim Eintritt ins Restaurant bemerke ich, dass hier ein klar strukturiertes und modernes Raumkonzept favorisiert wurde. Dank der großen Fenster ist der Gastraum sehr hell und, wie mir später berichtet wird, kann im Frühling und Sommer auch die große Dachterrasse genutzt werden. Da wir aber leider noch etwas von den warmen Tagen entfernt sind, nehmen wir drinnen Platz.

Die Menükarte – gleich geht`s los © Keno

Bewusstes Genießen mit Bio-Produkten

Beim Blick in die Karte zeigt sich sofort, dass diesem Restaurant eine ganz eigene Philosophie zugrunde liegt. Denn bevor ich zur wirklichen Speisekarte vordringe, lese ich etwas von der Wertschätzung des Essens, die in der Vergangenheit oft verloren ging, von der Ruhe und der Zeit, die man sich für das bewusste Essen nehmen sollte. Um den Gast für seinen Genuss möglichst gute Qualität zu gewährleisten, setzen die Köche auf Bio-Produkte und regionale Ware. Gut, Kaffee und Wein stammen nicht aus regionalem Anbau und das ist wohl auch ganz gut so, aber in allen anderen Bereichen wird anscheinend sehr konsequent darauf geachtet. Das Fleisch für die Burger und Steaks kommt aus einer regionalen Bio-Galloway-Zucht, alle Milchprodukte aus Bio-Molkereien vor Ort und selbst bei den Getränken gibt es keine Granini-Säfte, Coca Cola oder Becks, sondern regionale Alternativen.

Hmmm – der BBQ-Bacon-Cheeseburger mit hausgemachten Fritten © Keno

Die Auswahl an Burgern in der Speisekarte ist meines Erachtens ganz bewusst nicht riesig, bietet aber neben Klassikern auch ausgefallene Kombinationen wie einen Galloway-Burger mit Rote Beete und Ziegenkäse und vegetarische Varianten mit dem Halloumi- oder dem Aubergine-Schafskäse-Burger. Ich entscheide mich mit dem BBQ-Bacon-Cheeseburger eher für eine klassische Variante, die mit hausgemachten Fritten und dem pikanten amerikanischen Krautsalat Coleslaw gereicht wird. Um es vorwegzunehmen: Ich habe ihn wirklich genossen. Die Zutaten sind frisch und man kann alle Komponenten prima herausschmecken, die Pommes sind gut gewürzt und selbst die Dips wie die hausgemachte Mayonnaise oder der Ketchup sind bio. Zusammen mit dem sehr freundlichen Service habe ich mich in diesem Restaurant wirklich wohl gefühlt. Ich komme sicherlich wieder.

Im Nachhinein erfahre ich übrigens von Geronimo Förster, der beim Betreiber des LOKALneun arbeitet, dass die Firma eigentlich ein ganz anderes Standbein hat. Die Göttinger sind Caterer auf großen Sommer-Festivals wie Rock am Ring oder Hurricane. Auf diese geschäftliche Kombination wäre ich während meines Besuchs nun wirklich nicht gekommen.

Die Junkernschänke – Heimat des Bacon Supreme © Keno

Außen Geschichte, innen Style

Das zweite neue Restaurant, in dem es eine große Auswahl an Burgern gibt und das ich austesten möchte, heißt Bacon Supreme und befindet sich seit November 2015 in der Junkernschänke. Das im 15. Jahrhundert errichtete Gebäude ist eines der bekanntesten Fachwerkhäuser in Göttingen und darf als Highlight in keiner Stadtführung fehlen. Allerdings bin ich sehr überrascht als ich das außen reichlich mit Schnitzereien verzierte Gebäude betrete. Denn im Inneren ist der Look modern. Zwar erinnern mich die zahlreichen Holzbalken noch daran, mich in einem Fachwerkhaus zu befinden, aber ansonsten wurde mit vielen ausgefallenen Gestaltungselementen dafür gesorgt, dass das Bacon Supreme sehr trendy wirkt.

Bacon Supreme – modernes Ambiente im alten Fachwerkhaus © Keno

Der Schwerpunkt wird in diesem Restaurant übrigens auf die neue Interpretation Deutsch/Amerikanischer Küche gelegt. Für die Betreiber ist das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Esskulturen, also die sogenannte Fusionküche, eine der besonders schönen und leckeren Entwicklungen in unserer sich näher kommenden Welt. Ich lasse mich gerne überraschen und schlage die Speisekarte auf.

Diabolo Burger und Craft Bier

Eine große Auswahl an unterschiedlichsten Burgern steht zur Wahl. Da ich sehr gerne scharf esse, lasse ich die Klassiker und vegetarische Varianten wie den Süßkartoffelburger links liegen und bleibe schnell beim Diabolo Burger hängen. Wie ich ca. 15 Minuten später mit Freude feststelle, macht der Diabolo seinem Namen alle Ehre und ist wirklich gut mit extra Chilies garniert. Dazu gibt es auch hier Fritten und Coleslaw. Da ich diesmal abends unterwegs bin, gönne ich mir auch eins der Craft Biere von der Karte. Passt beides bestens zusammen.

Diabolo Burger und ein Craft Beer – ein gelungenes Abendessen © Keno

Das Bacon Supreme nennt sich übrigens „Wirtshaus und Cocktailbar“. Und diesem Zusatz wird das Restaurant gerecht, wenn man einen Blick auf die große Auswahl an Bieren, Weinen und Cocktails wirft. Außerdem gibt es in einer zweiten Etage zusätzlich eine große Lounge, die nach dem Essen noch zum entspannten Ausklang des Abends in großen gemütlichen Sesseln einlädt.

Mit dem Burger-Mobil unterwegs

Der Trend zu guten Burgern findet sich nicht nur in den Göttinger Restaurants wieder. Die Jungs von Monkeyburger haben zum Beispiel all ihre Ideen und ihre Passion in einen poppig bemalten Imbisswagen gesteckt und fahren vom März bis in den November durch die Region Göttingen, um jeden Tag an einem anderen Ort Burger-Freunde in Stadt und Landkreis zu versorgen. Auf Facebook und Twitter kann man Ihnen folgen und überprüfen, ob sie sich gerade in der Nähe aufhalten. Nach aktueller Auskunft bastelt das Monkeyburger-Team gerade an den neuen Kreationen für den Start in die Saison 2019.

Das Monkeyburger-Mobil on tour © Monkeyburger

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