Das Auge des Eichsfelds

Seit vielen Jahren gehört der Seeburger See zu meinen Lieblingszielen in der Region. Das „Auge des Eichsfelds“ liegt nur 15 Kilometer von Göttingen entfernt. Ein Besuch ist für mich zu jeder Jahreszeit ein besonderes Naturerlebnis. Die Begeisterung für dieses Fleckchen Erde teile ich mit vielen Ausflüglern.

Das Auge des Eichsfelds: Der Seeburger See aus der Vogelperspektive. Foto: Mischke

Rund um den See

Unzählige Male bin ich den 4,5 Kilometer langen Rundweg um den See schon gegangen. Ausgangspunkt war dabei meist der kostenlose Parkplatz in der Nähe von Seeburg. Nicht weit davon entfernt liegt der neu gestaltete „Traumspielplatz“, ein ideales Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Seine Hauptattraktion ist das große Spielschiff, das die Gemeinde Seeburg 2016 beim ffn-Hörer-Voting gewann.

Piratenschiff als Highlight: Der Abenteuerspielplatz am Campingplatz. Foto: Mischke

Die nächste Station ist das Naturschwimmbad, das auch von Göttingern gerne besucht wird. Ein langer Steg führt in den See hinein. Im Sommer ist er den Gästen des Freibads vorbehalten, im Winter geöffnet für jedermann. Wenn es richtig kalt ist, hat man von dort einen tollen Blick über den zugefrorenen See bis zur anderen Uferseite, wo die Silhouette der Kirche St. Peter und Paul in Bernshausen zu sehen ist. Gut, dass er vor einigen Jahren durch das finanzielle Engagement vieler Badegäste instand gesetzt werden konnte und so erhalten blieb. Im Sommer ist der Minigolfplatz geöffnet. Auch wenn das Spiel mit dem kleinen Ball nicht unbedingt eine Trendsportart ist, eine Runde auf der Bahn am Freibad geht immer.

Zirkuswagen und Safarizelt

Der benachbarte Campingplatz ist in holländischer Hand. Er kann sowohl von Dauercampern als auch von Urlaubern ganzjährig genutzt werden. Für ein ganz besonderes Übernachtungserlebnis stehen hier Zirkuswagen und Safarizelt bereit. Alle seine Einrichtungen sind barrierefrei. Überhaupt spielt Barrierefreiheit in dieser Gegend eine große Rolle. Der Rundwanderweg um den See kann von Rollstuhlfahrern ebenso wie mit Kinderwagen und Rollator gut befahren werden. Der Bootsverleih wartet, neben den gängigen Ruder- und Tretbooten, mit 2 Parabooten auf. Sie können an Land bestiegen und mittels Kurbelantrieb von Menschen mit Handicaps eigenständig genutzt werden.

Weiden, Seerosen und Schilfgürtel: Grün, soweit das Auge reicht. Foto: Daamen

Naturschutzgebiet

Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich, im selben Haus wie der Bootsverleih, das Natur-Informationszentrum der Heinz Sielmann Stiftung. Wer sich intensiver mit der Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet Seeburger See beschäftigen möchte, findet hier viele naturkundliche Informationen.

Für den Erhalt: Bürgerinitiative kämpft um das reetgedeckte alte Bootshaus. Foto: Mischke

Früher war der Bootsverleih in einem reetgedeckten Bootshaus untergebracht. Für viele Touristen und Einheimische noch heute der Hingucker am See. Der drohende Abriss wurde erst kürzlich verschoben, weil sich Fledermäuse unter seinem Dach angesiedelt hatten. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative der Sache angenommen und kämpft für den Erhalt. Mal sehen, wie die Sache ausgeht.

Herbstliche Spiegelung: Das Restaurant „Graf Isang“ liegt direkt am See. Foto: Daamen.

Einkehren und Natur erleben

Beim Rundgang um den See bieten sich mehrere Einkehrmöglichkeiten. Von den Terrassen des traditionsreichen Graf Isang und des 2012 fertiggestellten Wellenreiter hat man einen phantastischen Blick auf den See.

Das Naturerlebnis und die idyllischen Plätze am Wasser machen auch für die Anrainer das Wohnen in Seeburg attraktiv. Zahlreiche Veranstaltungen bringen ein Stück Lebensqualität. Positiv ist zum Beispiel, dass der Campingplatz durch seine Aktivitäten zu einem Treffpunkt für Gäste und Einheimische wird. Die Frage, wo es am See am schönsten ist, kann ich nicht eindeutig zu beantworten. Für mich hat jeder Bereich des Sees seinen besonderen Reiz.

Läufer findet man zu jeder Zeit auf dem See-Rundweg. Zu Silvester sind es besonders viele. Dann findet der alljährliche Eichsfelder Silvesterlauf statt. Rund 1000 Teilnehmer begeben sich dann bei Wind und Wetter auf die Strecke. Im Ziel angekommen, haben sie dann die Qual der Wahl zwischen einer Medaille und einer Mettwurst. Das gibt es wohl nur im Eichsfeld.

Winteridyll: Zu jeder Jahreszeit nutzen Läufer die idyllische Strecke um den See. Foto: Daamen

Eiskalter Spaß

Ein eiskalter Spaß ist das traditionelle Anschwimmen am Neujahrstag. Die ganz Mutigen wagen sich, unter den wachsamen Augen der DLRG, ins Wasser. Sollte der See gefroren sein, wird ein Loch in die Eisdecke gehackt. Während die Badegäste frieren, lassen es sich die Zuschauer bei Glühwein und Bratwurst gut gehen. Mein Tipp: Besucht den Seeburger See auch jetzt im Winter, auch wenn kein Schnee liegt und er nicht zugefroren ist, so wie auf dem Foto aus einem früheren Jahr. Frische Luft und viel Natur erwarten Euch zu jeder Jahreszeit.

Eislaufvergnügen: 2012 war der See zum letzten Mal zugefroren. Foto: Daamen