Göttingen unter dem Weihnachtsbaum

Weihnachten kommt ja bekanntermaßen immer ziemlich plötzlich. Zack – auf einmal zeigt der Kalender den 23. Dezember an und es fällt einem siedend heiß ein, dass noch das eine oder andere Geschenk fehlt. Früher ging mir das genauso, aber ich habe Besserung gelobt und seit einigen Jahren bin ich recht früh am Start, wenn es darum geht, Präsente für die Lieben zu besorgen. Falls ihr auch eher zu den „Spätaufstehern“ gehört, kommt hier euer Weckruf. In der vergangenen Woche habe ich mich einmal in der Stadt umgesehen und überrascht festgestellt, dass es eine Vielzahl von Geschenken mit Göttingen-Bezug gibt. Perfekt für Einheimische, um Flagge für ihre Stadt zu zeigen, und bestens geeignet als Souvenir für Besucher oder als Geschenk für Ex-Göttinger.

 

Gänseliesel in vielen Variationen

 

Traumkugel: Das Gänseliesel im Glitzergewand. Foto: Christoph Mischke

 

Wer auf liebenswerte Deko-Artikel und allerlei nützliche Gebrauchsgegenstände mit Göttinger Sehenswürdigkeiten steht, kann sich in der Göttinger Tourist-Information im Alten Rathaus eindecken. Es gibt kaum etwas, was es nicht mit Göttingen-Logo gibt: Vom Schlüsselanhänger bis zum Bierkrug, vom Kartenspiel bis zu diversen T-Shirts und von Sportbeuteln bis zu hochwertigen Göttingen-Büchern. Ein farbenfroher Aquarell-Schirm, gibt’s dort in groß oder als Taschenschirm, bewahrt euch vor den sicher kommenden Regen- und Schneeschauern. Auf ganz vielen Artikeln ist unser weltweit bekanntes Wahrzeichen zu sehen. Das Gänseliesel gibt es in allen möglichen Variationen: auf Handtücher gestickt, als Krawattennadel, als originalgetreue Miniatur und, ganz modern, als Plexiglas-Silhouette. Vor allem bei Sammlern beliebt ist, wie mir die Mitarbeiterinnen berichteten, die Traumkugel. Da steht ein glänzendes Liesel en miniature in einer wassergefüllten Glaskugel und lässt sich durch Schütteln in ein glitzerndes Schneegestöber versetzen.

 

Lichtenberg auf Kaffeebecher

Limitiert: Der „Lila Lichtenberg“ des Göttinger Künstlers Udo Timmermann. Foto Christoph Mischke

Auf der Suche nach einer besonderen Tasse für meinen Kaffee, Tee oder Kakao bin ich bei Carl Tode an der Prinzenstraße 5 fündig geworden. Dort gibt es exklusiv die Porzellan-Becher des Göttinger Künstlers und Grafikers Udo Timmermann. Angelehnt an seine collageartigen Werke, die sogenannten „Göttinger Zettel“, entwirft Timmermann seit rund 12 Jahren jedes Jahr eine neue limitierte Auflage des Bechers. „Gemeinsam mit Tode-Inhaber Markus Reich, der meine Werke sehr mag, entstand seinerzeit der Wunsch, einen Becher als Alltagsgefäß zu gestalten“, berichtet der Künstler. Unter den Kunden sind inzwischen auch viele Liebhaber und Sammler, die den jeweiligen Jahresbecher sehnsüchtig erwarten. „Lila Lichtenberg“ heißt die diesjährige Edition, die den Göttinger Gelehrten und Schriftsteller als Hauptmotiv zeigt. Ich vermute einen tiefschürfenden Hintergrund zur Gestaltung dieses hübschen Bechers, aber die Wahrheit ist recht banal: „Die Idee zu diesem Motiv ist mir tatsächlich im Traum gekommen“, sagt Timmermann lachend.

 

Stadtkaffee und Liesel-Schokolade

Fair gehandelter Genuss: Nobelbohne und Schokoliesel. Foto: Christoph Mischke

Bei Contigo an der Langen Geismarstraße 51 duftet es herrlich nach frischem Kaffee. Erst vor wenigen Minuten haben die Mitarbeiter die Rösttrommel abgeschaltet. Speziell zu Weihnachten sind die fair gehandelten Kaffeespezialitäten hier ein echter Renner. Bereits seit 2004, so erfahre ich, bringt Contigo gemeinsam mit der Stadt die Göttinger Nobelbohne auf den Markt. Ein treffender Name für einen Kaffee aus der Universitätsstadt. Schließlich befinden sich unter den zahlreichen Persönlichkeiten, die in den vergangenen 100 Jahren mit dem Nobelpreis geehrt wurden, allein 45 Preisträger, deren Lebensläufe mit der Wissenschaftsstadt Göttingen verknüpft sind. In der blau-goldenen Packung mit dem Gänseliesel und der Stadt-Silhouette stecken Bio-Hochlandbohnen aus der peruanischen Provinz Cajamarca und in der Espresso-Variante aus Honduras, Peru und Tansania. Als Mitbringsel greifen viele Kunden auch zur Schokoliesel, einer feinbitteren Schokolade der österreichischen Schokoladen-Manufaktur Zotter. Mit einem Fruchtpüree aus schwarzen Kirschen und einer Vanille-Mandel-Nougatschicht ist sie nicht nur in der Adventszeit sehr beliebt. Gut zu wissen, dass auch die Schokolade, wie alles bei Contigo, aus fair gehandelten Zutaten besteht. Sogar die Verpackung der Schoggi hat einen Göttingen-Bezug, wie ich herausgefunden habe. Das Motiv, die Göttinger Skyline samt Gänseliesel, das aus seinem Baldachin tänzelt, wurde von Charlotte Wunderlich, einer ehemaligen Schülerin des Hainberg-Gymnasiums, im Rahmen eines Schulwettbewerbs entworfen.

 

Hochprozentiges aus dem Botanischen Garten

Botaniker als Namensgeber: Von Hallers Gin mit Kräutern aus Göttingen. Foto: Christoph Mischke

Sogar Freunde des hochprozentigen Genusses können sich ein Schlückchen Göttingen einschenken. Die Weinhandlung Bremer an der Barfüßer Straße 10 führt den „Von Hallers Gin“ aus dem Hause Hardenberg-Wilthen in Nörten-Hardenberg. Was das mit Göttingen zu tun hat? Eine ganze Menge, wenn auch nur in homöopathischer Dosis. Drei der zehn pflanzlichen Stoffe, die dem Premium-Gin sein unverwechselbares Aroma verleihen, stammen aus dem Botanischen Garten in Göttingen. Die leicht citrusduftige Zitronenverbene, die nach Haller benannte Baumfuchsie „Halleria lucida“ sowie die Wasserpflanze Kalmus mit ihrem kampferartigen Aroma, werden dort von Hand gepflückt und in die Hardenberg’sche Partnerbrennerei „The Shed Distillery“ im abgelegenen Drumshanbo in Irland geschickt. Dort wird der Gin in Kupferkesseln gebrannt. Der Name der fruchtig-frischen Spirituose erinnert an den Schweizer Wissenschaftler und Naturforscher Albrecht von Haller, der den Botanischen Garten im Jahr 1736 gründete.

 

Göttingen-Silhouette am Finger

Individuell gestaltbar: Stadtring mit Göttingen Skyline. Foto: Christoph Mischke

„Ich lebe schon lange und gerne hier in Göttingen“, sagt mir Reinhard Schröder, Inhaber von Orfeo – Schmuck & Uhren an der Theaterstraße 17b. Seit vielen Jahren schon fertigt er Schmuck, um diese Identifikation nach außen zu tragen. Seine Universitätsuhren und sein Lichtenberg, den es als Brosche, Reversnadel und als Kettenanhänger sowohl in Gold als auch in Silber gibt, erfreuen sich, wie er mir sagt, seit Jahren großer Beliebtheit. Was aber ist mit denjenigen, die mit der Uni oder dem Mann, der in Göttingen den Blitzableiter einführte, nicht so viel am Hut haben, frage ich. „Für diese Menschen habe ich bereits vor zehn Jahren meinen Stadtansichtsring kreiert“, sagt Schröder lächelnd. Vor mir liegt der massiv silberne Ring, der die Göttinger Stadtsilhouette mit ihren City-Kirchen, dem Deutschen Theater und der Uni-Aula abbildet und zu dem es auch einen passenden Armreif gibt. Einige Motive sind durch Goldbelötung hervorgehoben. „Welche das sind, kann der Kunde selbst bestimmen“, sagt Schröder, „ebenso wie die Größe und die Legierung. Wir gestalten für unsere Kunden alles, was technisch machbar ist.“ Obwohl es mein Budget sprengen würde, lasse ich mir auch die auf zehn Stück limitierte Göttingen-Armbanduhr aus dem Hause Meistersinger zeigen. Ihr gläserner Boden zeigt im Hinterglasdruck einen Schattenriss von Göttingen, der im Normalfall leider nur für den Träger sichtbar ist. Wenn ich Armbanduhr tragen würde, käme die City-Edition 18 mit sandgrauem Zifferblatt und rustikalem Sattellederband sicher in die engere Wahl.

Nur zehn Stück: Göttingen-Edition einer Meistersinger-Armbanduhr. Foto: Christoph Mischke

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