In Neon und 3D: Minigolf mal anders

Hand auf‘s Herz – wer hat beim Wort „Minigolf“, genau wie ich, Bilder von etwas heruntergekommenen Anlagen vor dem inneren Auge, die in irgendeinem Park ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein scheinen. Mit ihren bröckelnden Betonbahnen versprühen sie oft den Charme der Sechzigerjahre. Kein Wunder, denn Minigolf, so wie wir es heute kennen, wurde in den Fünfzigerjahren von dem Schweizer Gartenarchitekten Paul Bongni entwickelt. Die erste Minigolf-Anlage Deutschlands wurde laut Wikipedia in Traben-Trarbach (1955) errichtet. In den Sechzigerjahren erlebten Minigolf-Plätze einen regelrechten Boom, mittlerweile gibt es etwa 250 Anlagen dieser Bauart in Deutschland.

Neuer Trend: Indoor-Minigolf im Neonlicht

Ab hier nur noch mit Schwarzlicht: Wegweiser zur Neongolf-Arena. Foto: Christoph Mischke

In den letzten Jahren allerdings sprießen neue Schwarzlicht-Minigolf-Hallen wie Pilze aus dem Boden. Auch vor Göttingen hat dieser Trend nicht haltgemacht: Seit Mitte Dezember 2018 bieten Alexander Hildebrand und Frank Ketelsen mit ihrer Neongolf-Anlage eine zeitgemäße und frische Variante dieses Klassikers an. Sie versprechen ein aufregendes Erlebnis unter Schwarzlicht mit atemberaubenden 3D-Effekten, bei dem alle Altersgruppen maximalen Spaß haben – so der Flyer des jungen Unternehmens. Was ist also dran an diesem Hype? Das wollte ich gern einmal selbst ausprobieren. Da Minigolfspielen allein aber nicht so unterhaltsam ist, habe ich mich mit meinen beiden erwachsenen Söhnen Jannik und Hendrik zu einer nachmittäglichen Testrunde verabredet. Ebenso dabei: Bloggerkollege Christoph, der sich bereit erklärt hat, das Ganze fotografisch zu begleiten.

Auf geht’s zur Spielrunde: Jannik mit 3D-Brille an der ersten Bahn. Foto: Christoph Mischke

Ebenfalls in Neon: Ball und Schläger. Foto: Christoph Mischke

Kurze Einweisung – dann geht’s los

Konzentriert: Huy erklärt Michaela, Jannik und Hendrik wie es geht. Foto: Christoph Mischke

Als wir kurz nach 14 Uhr an einem Mittwochnachmittag im Lasersportscenter, unter dessen Dach auch Neongolf angeboten wird, eintreffen, sind wir überrascht, dass so viel Andrang herrscht. Kurz vor uns wird bereits eine größere Gruppe von den netten Mitarbeitern in die technischen Abläufe eingewiesen. Dann sind wir an der Reihe. Zunächst erklärt uns Huy Nguyen, wie das Leihsmartphone funktioniert. Denn hier, so erfahren wir, benötigt man weder Stift noch Papier, sondern tippt die Ergebnisse jeder Bahn gleich in eine eigens entwickelte App. Jeder erhält außerdem eine 3D-Chromadepth-Brille, damit wir die dreidimensionalen Effekte richtig wahrnehmen können. Nachdem wir unsere Siebensachen im Schließfach verstaut haben, betreten wir – ausgestattet mit einem Ball und Schläger pro Team – den ersten der drei Themenräume: eine atemberaubende Szenerie unter Wasser. Später erfahren wir von Geschäftsführer Alexander Hildebrand, dass die eindrucksvolle Neon-Welt innerhalb eines Monats vom dem international gefragten Graffiti-Künstler Andreas Litzba aus Buchholz in der Nordheide geschaffen wurde.

Minigolf unter Haien

Abgetaucht: Unterwasser-Welt im ersten Themenraum. Foto: Christoph Mischke

An der zweiten Bahn: Abschlag Auge in Auge mit dem Hai. Foto: Christoph Mischke

Durch die 3D-Brille betrachtet, scheinen hier Riesenhaie direkt vor uns zu schwimmen. Nachdem wir uns orientiert haben, finden wir schnell heraus, dass sich die Minigolf-Bahnen nicht so sehr von den gewohnten unterscheiden. Die ersten drei Bahnen bringen wir zügig hinter uns, an Bahn 4 wird es schon kniffliger: Hier gilt es über eine Art Schanze genau in eine aufgeklappte Schatztruhe zu treffen. Ich ernte großes Gelächter, als ich die Schatzkiste verfehle, dafür aber sauber auf Bahn 5 nebenan einloche. Schade, dieser spektakuläre Treffer zählt leider nicht…

Im Dschungel: Michaela unter kritischer Beobachtung. Foto: Christoph Mischke

Im nächsten Raum spielen wir vor einer Dschungelkulisse. Hier sind die Bahnen teilweise auf zwei Ebenen angelegt, aber auch Klassiker finden wir vor. Zum Beispiel das gefürchtete Labyrinth, dessen Eingang man genau treffen muss, sonst rollt der Ball immer wieder zum Abschlag zurück. Kommentar von Jannik, als Hendrik abschlägt: „Hier ist Präzision gefragt“, Antwort Hendrik: „Ja, jetzt zeig‘ ich dir, was Präzision ist…“ und ein kraftvolles „Sch…“, als ihm der Ball prompt wieder entgegenrollt – ohne die kleinen Kabbeleien unter Brüdern macht es eben nur halb so viel Spaß!

Galaktisch golfen

Star Wars-Feeling: Der letzte Themenraum. Foto: Christoph Mischke

Der letzte Raum beeindruckt uns mit einem Weltraumpanorama, aus dem ein aus den Star Wars-Filmen bekannter X-Wing-Fighter geradewegs auf uns zu fliegt. Ein besonderes Highlight ist hier Bahn 12, an der der Ball per Druckluft wie bei einer Rohrpost zum Loch befördert wird – aber nur wenn man zuvor richtig getroffen hat. Hier gesellen sich auch Geschäftsführer Alexander Hildebrand und Standortleiter Pascal Brigandt zu uns. Sie erzählen uns, dass an dieser Bahn in Kürze noch Verbesserungen vorgenommen werden, damit der Ball nicht mehr über die Bahn hinaus schießt, wenn das Druckluftpedal zu heftig betätigt wird. Wir verabreden uns mit den beiden nach der Runde, um noch mehr Hintergrundinfos zu erhalten.

Aber zunächst gilt es noch die letzten Bahnen zu absolvieren. Bahn 18 hält noch einmal eine besondere Herausforderung bereit: Das Loch liegt leicht erhöht, der unebene Boden drum herum lässt den Ball jedoch immer wieder in alle möglichen Richtungen kullern. Schließlich meistern wir auch dieses mehr oder weniger erfolgreich und gelangen durch die Ausgangstür wieder in die Empfangslounge. Hier müssen wir uns erst einmal wieder an normale Lichtverhältnisse gewöhnen.

Von der Uni zum Unternehmer

Mit Geschäftsführern: Alexander Hildebrand (li.) und Pascal Brigandt (re.) Foto: Christoph Mischke

Nach der Runde unterhalten wir uns noch mit Alexander und Pascal. Alexander erzählt uns, dass er gemeinsam mit seinem Studienkollegen Frank Ketelsen nach dem Wirtschaftsingenieur-Studium zunächst in Hannover eine Lasersport-Arena eröffnet hat, 2016 kam der Standort Göttingen in den Räumen einer ehemaligen Druckerei hinzu. Um das Angebot weiter auszubauen, wurden 2018 die Neongolf-Anlagen in Hannover, Göttingen und Bad Oeynhausen gebaut. Dass er damit genau im Trend liegt, beweisen die von Anfang an hohen Besucherzahlen. „Teilweise müssen wir an den Wochenenden interessierten Gruppen absagen, weil wir ausgebucht sind“, so Alexander. Das liegt sicher daran, dass Neongolf bei jedem Wetter gespielt werden kann und für alle Altersgruppen gleichermaßen geeignet ist. So haben Großeltern und ihre Enkel genauso viel Spaß wie Kindergeburtstagsgruppen oder Junggesellenabschiede. Das Besondere ist, dass man eigene Verpflegung mitbringen und im großzügigen Loungebereich verspeisen darf, nur die Getränke müssen vor Ort gekauft werden. Um weiterhin attraktiv zu bleiben, planen Alexander und sein Team von über 20 Mitarbeitern schon weiter. Er verrät uns, dass die Bahn 7 noch um ein 3D-Element erweitert wird. Hier soll künftig der Ball mittels einer Kurbel und einem Kettenzug mit Greifer weiterbefördert werden. In Kürze wird es auch neue Schläger mit höherer Leuchtkraft geben.

Revanche-Runde muss sein

Spaß im Dreier-Team: An der „Billard“-Bahn. Foto: Christoph Mischke

Unser Fazit: Diese Art von Minigolf hat uns dreien viel Spaß gemacht, obwohl ich gegen meine ballsportaffinen Jungs keine Chance hatte. Mein letzter Platz schreit also nach einer Revanche, vielleicht mal in einer etwas größeren Familienrunde. Wer jetzt Lust bekommen hat, Neongolf selbst auszuprobieren, findet unter https://www.neongolf.de/schwarzlicht-minigolf-goettingen/ alle wichtigen Informationen. Kinder können übrigens erst ab einer Körpergröße von 115 cm spielen, für Kindergeburtstage und Events gibt es besondere Angebote.

Über Kommentare zu unseren Blog-Beiträgen freuen wir uns jederzeit. Schickt uns dazu gern ein Nachricht auf unserer Mein Göttingen Facebook-Seite https://www.facebook.com/meingoettingen