Kulinarische Safari – afrikanische Restaurants

In Göttingen gibt es eine große Auswahl an Restaurants. Für fast jeden Geschmack wird etwas geboten, egal ob gutbürgerlich deutsch, italienisch, asiatisch oder südamerikanisch. Aber auch etwas ausgefallenere Wünsche können erfüllt werden. Und so begebe ich mich heute mit Euch auf eine kulinarische Safari quer über den afrikanischen Kontinent. Begleitet mich nach Marokko, nach Äthiopien und Eritrea nach Gambia und in den Senegal.

Sambesi – Spezialitäten von der Nilmündung bis Kapstadt

Das Sambesi in der Wendenstraße (c) Keno

Am besten startet man seine Reise durch die afrikanischen Restaurants in Göttingen im Sambesi in der Wendenstraße, auf halber Strecke zwischen Altem Rathaus und Cheltenham-Park. Das Restaurant bietet seinen Gästen Gerichte aus allen Teilen des Kontinents. Hier könnt Ihr marokkanische Hühnchen genauso probieren wie zentralafrikanische Eintöpfe mit Erdnüssen oder südafrikanische Aufläufe mit Früchten und Hackfleisch. Apropos Fleisch: Für mich bedeutet afrikanische Küche nicht, dass ich Zebra, Krokodil oder Antilope auf dem Teller haben muss. Wer mag, kann sie hier aber durchaus auch probieren.

Afrikanisches Essen geht auch ohne Zebra und Krokodil

Für mich stehen eher die exotischen Kombinationen mit Früchten, Nüssen und Hirse und vor allem die Vielfalt der Gewürze im Mittelpunkt. Da ich häufiger mal im Sambesi bin, habe ich schon viel ausprobiert. Heute bestelle ich mir einen meiner Favoriten: das ist marokkanisches Hühnchen auf Kokosspinat. Vor allem der Spinat fasziniert mich immer wieder, denn er wird in Kokosmilch gekocht und mit Curry gewürzt, so dass er eine sehr angenehme Schärfe hat. Die meisten Gerichte im Sambesi sind so kombiniert, dass man sich zusätzlich noch eine weitere Beilage wählen kann. Falafel und Süßkartoffeln sind ja bereits weit verbreitet, Kochbananen und Safranhirse waren für mich am Anfang aber noch neu. Vor allem die Safranhirse hat es mir angetan, auch wenn ich heute mal Falafel probiere. Auf den Tellern meiner Freunde landen Tilapia, Papageienfisch, Viktoriabarsch und Riesengarnelen – sie entscheiden sich also eher für eine Safari zur See.

Der Eingang ins Restaurant

Die immer ausgesprochen freundliche Bedienung hat uns die hausgemachten Limonaden empfohlen. Gebt am besten beim Bestellen an wie süß Ihr Euer Getränk haben möchtet, denn das kann durch das „home made“ variiert und Eurem Geschmack angepasst werden. Wenn Ihr mit mehr als zwei Personen ins Sambesi kommen wollt, dann empfehle ich Euch eine Tischreservierung, denn das Restaurant ist meistens gut besucht.

Soulfood – kann es einen besseren Namen für ein Restaurant geben?

Soulfood – der Name ist Programm (c) Keno

Im Soulfood bin ich zum ersten Mal gewesen. Das Restaurant liegt etwas versteckt in der Göttinger Innenstadt am Ende der kleinen Passage im Cheltenham-Haus. Das Restaurant selbst ist relativ klein, hat aber im Sommer eine sehr ruhig gelegene Terrasse, die das Restaurant erweitert. Den Namen Soulfood finde ich übrigens genial und würde ich selbst eines Tages ein Restaurant eröffnen, würde ich diesen Namen ganz oben auf meiner Liste haben.

Thiou-Curry mit Couscous (c) Keno

Spezialitäten aus dem Senegal und Gambia

Die Karte des Soulfood ist übersichtlicher als die im Sambesi und konzentriert sich auf Spezialitäten aus dem Senegal und aus Gambia, wie mir der Inhaber erklärt. Es gibt einige Gerichte, die täglich angeboten werden und einige die im Wechsel zusätzlich die Karte erweitern. Am besten fragt Ihr am Anfang, welche Gerichte das Stammangebot bei Eurem Besuch erweitern. Von der täglichen Karte bestelle ich Domodah, geschmortes Lammfleisch mit Kürbis in einer würzigen Erdnusssoße, mein Freund wählt das bei unserem Besuch zusätzlich angebotene Thiou-Curry mit Couscous. Während wir auf das Essen warten, entwickelt sich bei uns das Gefühl eigentlich mehr bei Freunden als in einem klassischen Restaurant zu sein. Alles geht gemächlich und sehr freundlich voran, es herrscht keine professionelle Hetze um uns herum.

Wer es süß mag – Vimto-Brause (c) Keno

Exotische Limonade und hausgemachte Chilisauce

Eine exotische Limonade mit dem Namen Vimto kommt als erstes auf den Tisch. Wie ich der Zutatenliste entnehme besteht sie unter anderem aus den Extrakten von Hibiskusblüten sowie schwarzen Karotten. Ich bin dann allerdings doch etwas überrascht als der Geschmack eher an flüssige Gummibärchen erinnert. Wer Vimto bestellen will, muss definitiv süß mögen. Als das Essen serviert wird, fragt uns der Inhaber, ob wir eventuell noch etwas hausgemachte Chilisauce zum Essen haben möchten, warnt uns aber auch zeitgleich, dass diese ihrem Namen wirklich alle Ehre macht. Er bereitet die Sauce immer frisch zu und nimmt dafür tomatengroße Chiligewächse, von denen ich bis dato noch nie etwas gehört hatte. Wir probieren sehr gerne und ich muss gestehen, dass einem die Chilisauce wirklich den Schweiß auf die Stirn treibt. Richtig dosiert ist sie aber eine tolle Ergänzung zum cremigen Geschmack meiner Erdnuss-Sauce und dem zarten Lammfleisch. Sehr lecker. Der Entschluss, dass wir bald wiederkommen, fiel übrigens bereits bevor wir zum Nachtisch noch gratis eine kleine afrikanische Süßigkeit als Dessert gereicht bekommen.

Abessina – die Küche Äthiopiens und Eritreas

Spezialitäten aus Äthiopien und Eritrea – das Abessina (c) Keno

Mit nur wenigen Metern kann man in Göttingen von Westafrika nach Ostafrika wechseln. Zu Fuß sind es vom Soulfood ins Abessina ungefähr 5 Minuten – wenn man gemütlich schlendert. Der Schwerpunkt liegt im Abessina – wie es der Name vermuten lässt – auf Gerichten aus Äthiopien und aus Eritrea. Meine Favoriten auf der Karte sind hier immer noch Timtumo, rote Linsen in Zwiebel-Tomatensoße, und Hamli, Grünkohl mit Spinat und eritreischen Gewürzen. Wie Ihr seht, finden hier auch Vegetarier und Veganer reichlich Auswahl. Wir bestellen uns schließlich einen Probier-Teller, den es sowohl in einer veganen als auch einer Variante mit Fleisch gibt.

Der Probierteller – eine Reise quer durch die Speisekarte (c) Keno

Als die Speisen kommen freue ich mich auch schon auf ein Wiedersehen mit der Beilage Injera. Das ist ein Sauerteigfladen mit Teff-Getreide. Die Bedienung im Abessina erklärt uns, dass wir den Teigfladen übrigens auch als Besteckersatz nutzen können. Einfach ein Stück aus dem Fladen abreißen und das Injera dazu nutzen, sich etwas von dem Essen auf dem Teller zusammenzuschieben und dann flink mit dem Fladen in den Mund zu schieben. Ich muss etwas üben, aber dann habe ich den Dreh raus.

Eine Kaffeezeremonie zum Abschluss des Tages

Mit etwas Glück kann man, während man auf sein Essen wartet, der traditionellen Bun-Zeremonie beiwohnen. Über offenem Feuer werden im Restaurant grüne junge Kaffeebohnen geröstet. Der Zeremonienmeister geht anschließend mit dem Röstgefäß von Tisch zu Tisch und so verbreitet sich der Geruch von frischem Kaffee im gesamten Restaurant. Wer möchte, kann den frisch aufgebrühten Kaffee auch gleich kosten.

Wer die Küche Afrikas entdecken will, ist in Göttingen gut aufgehoben.

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